Das Grüne Band
Über 40 Jahre war Deutschland in zwei deutsche Staaten – die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik – geteilt. Während dieser Zeit wurde die innerdeutsche Grenze besonders streng bewacht. Es gab neben den hohen Grenzmauern und Stacheldraht auf der östlichen Seite auch einen breiten Grenzstreifen mit Wachtürmen und Wegen, der die Menschen daran hindern sollte, die DDR zu verlassen. Da dieses Gebiet kaum genutzt wurde, konnte sich die Natur hier frei entfalten. Mehr als 1200 seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten wurden dort gefunden. Nach der politischen Wende 1989 entwickelte sich der einstige „Todestreifen“ zu einem einmaligen Naturschutzgebiet mit einer Länge von 1393 Kilometern und einer Breite zwischen 50 und 200 Metern. Heutzutage verläuft das Grüne Band von Travemünde am Ostseestrand bis zum Dreiländereck bei Hof im Vogtland. Und ist damit mit seinen über 150 unterschiedlichen Naturschutzgebieten ein Teil des mitteleuropäischen Abschnitts des Grünen Bands Europa.
