A) Lies die Textabschnitte und wähle für jeden Text eine passende Überschrift aus (A–F). Einige Überschriften sind unpassend und bleiben übrig.
A. Geschichte wiederholt sich immer wieder
B. Das Meer holt sich das Land zurück
C. Deutschland leidet unter einer langanhaltenden Dürre
D. Die Macht der Schneemassen
E. Klimaveränderung – auch in Europa immer spürbarer
F. Langfristige Konsequenzen auf vielen Ebenen
Katastrophe 1
Der Unfall im Kernkraftkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine am 26. April 1986 gilt als der bisher schwerste Nuklearunfall der Geschichte. Es kam zu einer Explosion eines Reaktors, was radioaktive Stoffe in die Umwelt freisetzte, die durch Winde und radioaktiven Niederschlag in viele Länder in Europa verteilt wurden. Wegen der hohen Strahlung wurde die Umgebung evakuiert. Insgesamt wurden mehrere hunderttausende Menschen umgesiedelt. Durch kontaminiertes Essen und vergiftete Luft wurde radioaktives Jod aufgenommen, was zu einer gestiegenen Anzahl an Krebserkrankungen führte. Der Unfall hatte also weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, auf das Leben und auf die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung.
Als Reaktion auf den Unfall in Tschernobyl sind viele Sicherheitsstandards entwickelt worden, denen die Reaktoren entsprechen sollen. Die Stadt Prypjat ist bis heute eine Geisterstadt. Am 1. Mai 1986 sollte dort ein Vergnügungspark eröffnet werden – nun steht das Riesenrad unbenutzt. Andererseits hat die Flucht der Menschen Platz für die Natur gemacht: viele Tierarten sind schon zurückgekehrt und fühlen sich wohl in der Stille.
Katastrophe 2
Am 26. Dezember 2004 brachten Flutwellen Tod und Verwüstung, als ein schweres Erdbeben der Stärke 9,1 ein Tsunami im Indischen Ozean auslöste. Neben den beliebten Tourismuszielen Thailand und Sri Lanka waren auch Indonesien, Indien, Bangladesch, Myanmar, die Malediven und Malaysia von der Katastrophe betroffen. Die bis zu zehn Meter hohen, gnadenlosen Wellen hinterließen ein verheerendes Bild: über 225.000 Todesopfer aus rund 50 Staaten, über 110.000 Verletzte, mehr als 1,7 Millionen obdachlose Küstenbewohner. Gemessen an den Todesopfern gilt der Tsunami als die größte Naturkatastrophe weltweit im Zeitraum von 1990 bis 2020.
Nach der Katastrophe schickten Staaten weltweit Hilfe in den Katastrophenraum und Wiederaufbauprojekte begannen rasch. Als Tourist am Indianischen Ozean braucht man sich inzwischen keine großen Gedanken über Riesenwellen machen. Als Folge der Katastrophe wurde nämlich ein Frühwarnsystem implementiert: Sollte das System ein starkes Erdbeben entdecken, würde es eine Warnmeldung schicken. Außerdem meinen Experten, kämen starke Erdbeben statistisch gesehen sehr selten vor: etwa alle 400 bis 700 Jahre.
Katastrophe 3
In der Nacht zum 14. Juli zog ein starker Niederschlag über Mitteleuropa. Innerhalb von 24 Stunden fielen sogar 150 Liter Regen pro Quadratmeter in Westdeutschland. Normalerweise regnet es durchschnittlich weniger im gesamten Monat. Der Boden konnte kein Wasser mehr aufnehmen. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kam es zu Überschwemmungen, die zu schweren Schäden, Verletzungen und sogar Todesfällen führten. Die Wassermassen in den überflutenden Straßen zerstörten die Verkehrsinfrastuktur und verhinderten jede Gas-, Strom- und Wasserversorgung. Häuser stürzten ein, Autos wurden weggespült und die Menschen mussten mit Hubschraubern von Dächern gerettet werden.
Auch wenn es laut Experten um eine seltene Extremwetterlage ging, die nur etwa einmal pro Jahrhundert stattfindet, bleibt die Flutkatastrophe vom 2021 auf keinen Fall ein Einzelfall. Als Folge des Klimawandels werden nämlich extreme Wetterereignisse immer häufiger. Aus diesem Grund bemühen sich viele Bundesländer, sich besser auf die kommenden Überschwemmungen vorzubereiten und die Folgen zu mildern. Neben dem Bau von Dämmen und Schutzanlagen werden auch Grünflächen in einen möglichst natürlichen, vielfaltigen Zustand wiederhergestellt, damit das Wasser schneller in den Boden versickern kann. Flächen, auf denen ausschließlich eine Pflanzenart angebaut wird, können weniger Wasser aufnehmen.
B) Wähle jeweils die Katastrophe aus, die der Beschreibung am besten entspricht.
1. Die Landwirtschaft kann bei der Vorbeugung gegen ähnliche Katastrophen helfen.
2. Die eigentliche Ursache dieser Katastrophe liegt an seismischen Erschütterungen.
3. Menschen aus Dutzenden von Ländern kamen bei dieser Katastrophe ums Leben.
4. Aus einer ökologischen Perspektive hatte die Katastrophe auch etwas Positives zur Folge.
5. Ein Gebäude vor Ort erinnert an Freude, die nie jemand an der Stelle erleben konnte.
6. Katastrophen dieser Art werden sich wahrscheinlich vermehren.
Quellen:
Der Unfall von Tschernobyl (Bundesamt für Strahlenschutz),
Wie das Leben in die Todeszone um Tschernobyl zurückkehrte (GEO),
15 Jahre Tsunami: Riesenwellen brachten Tod und Verwüstung (ORF.at),
Größte Naturkatastrophen nach Anzahl der Todesopfer im Zeitraum von 1990 bis 2020 (Statista),
Jahrhunderthochwasser 2021 in Deutschland (bpb.de),
Die Flutkatastrophe 2021 - Ein Protokoll (Deutsche Welle)