Unser Globus – gibt es Grund zur Sorge oder haben wir Hoffnung?

Unser Globus – gibt es Grund zur Sorge oder haben wir Hoffnung?
Heutzutage gibt es ein sehr aktuelles Thema, das wie eine Art heißes Eisen besprochen wird – nachhaltiges Leben. Es wird in zunehmendem Maße gefordert, über den eigenen Lebensstil und Konsum nachzudenken: Ist es möglich, seine Lebensqualität umweltverträglich zu steigern? Kann man gleichermaßen auf seinen Lebensstil und Ressourcenschonung Rücksicht nehmen? Oder wie bringt man beispielsweise Reiselust und Umweltschutz in Einklang?
Damit die heutigen wie die zukünftigen Generationen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben, muss man auf allen Ebenen nachhaltig handeln. Und das gilt nicht nur für den Staat oder für ein Unternehmen – Nachhaltigkeit berührt alle Bereiche unseres persönlichen Alltags. Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung besteht darin, dass Umwelt, Mensch und Wirtschaft bei Entscheidungen gleichermaßen berücksichtigt werden. Außerdem sind globale Themen, wie Überbevölkerung und Klimawandel, wichtige Motive für eine nachhaltige Entwicklung.
So hat auch Saskia Grunow begonnen, ernstere Gedanken in ihrem YouTube-Kanal zu besprechen. Sie möchte verschiedene Aspekte zu unterschiedlichen Themen aufgreifen und deswegen hat sie zuerst Anna Schmidt und Lucas Lehmann interviewt. Anna arbeitet wieder als Bibliothekarin und Lucas macht gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr. Saskia erhofft sich, so vielleicht ein tieferes Verständnis für die Problematik zu bekommen und vielseitiger vorgehen zu können, wenn sie im Anschluss ein Video über nachhaltiges Leben für YouTube und TikTok dreht. Mit ihren Nachhaltigkeitstipps im Video möchte Saskia kleine Anregungen geben, die jeder sofort in seinem Alltag umsetzen kann. Viele der Tipps sind nicht neu, sondern sollen alle Zuschauer einfach noch einmal daran erinnern, wie man sein Leben ohne großen Aufwand ressourcenschonend gestalten kann.
Zum Interview:
Was verstehst du unter dem Begriff „nachhaltige Entwicklung“?
Anna:
Weil ich Nachwuchs habe, ist es mir wichtig, dass unsere Erde von Generation zu Generation überdauert und wir ständig an den Zustand unseres Planeten denken. Das ist wirklich ein Thema, das jeden betrifft und das für das Leben auf der Erde von grundlegender Bedeutung ist. Also, unter nachhaltiger Entwicklung verstehe ich, die Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen zu sichern; trotz des Wandels, der global, regional und lokal stattfindet.
Lucas:
Also, natürlich sollten Lebensstil- und Konsumthemen inzwischen sehr ernst genommen werden und ich denke, dass die nachhaltige Entwicklung sich damit beschäftigt. Ich weiß, dass der durchschnittliche ökologische Fußabdruck in den meisten Ländern viel zu groß ist. Und deshalb stellt sich hier die Frage, wie jeder Einzelne von uns einen Beitrag zum umwelt- und ressourcenschonenden Leben leisten kann.
Was bedeutet nachhaltiger Lebensstil für dich persönlich?
Anna:
Für mich bedeutet das, mein alltägliches Handeln immer wieder neu zu überdenken und zu verändern. Also ganz konkret: Mich bei Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen möglichst so zu verhalten, dass es ökologisch und sozial im besten Sinn verträglich ist. Deshalb teste ich gern selbst innovative Ideen, wie die gemeinsame Nutzung von Gegenständen, Gemüsekisten oder Apps, die mir helfen, mich nachhaltiger zu verhalten. Am wichtigsten ist nur, allgemein weniger zu konsumieren.
Lucas:
Nun, ich finde, dass die meisten Deutschen ihren Fleischkonsum reduzieren sollten. Ich ernähre mich auch schon überwiegend vegetarisch und möglichst saisonal und regional. Sie sind besser als Bio, behaupte ich. Warum? Auch der Transport zählt zur Ökobilanz. Ich versuche zum Beispiel auch nachhaltiger zu reisen. Ich habe mich bewusst gegen ein Auto entschieden und werde keinen Führerschein machen. Deswegen fahre ich mit dem Rad, Elektroroller, Bus oder mit der Bahn. Und wenn ich auf den Flug wirklich nicht verzichten kann, kompensiere ich den CO2-Ausstoß irgendwie.
Könntest du weitere praktische Tipps geben, wie man nachhaltiger leben könnte?
Anna:
Ich versuche, bewusster und nachhaltiger einzukaufen, zum Beispiel zertifizierte Produkte. An Ökosiegeln gibt es in Deutschland eine große Auswahl. Nicht alle Siegel sind gleich streng und nicht alle haben die gleichen Kriterien. So stehen manche für Nachhaltigkeit, andere für Tierschutz oder soziale Gerechtigkeit. Für unsere Familie sind alle diese Siegel von Bedeutung. Unser Ziel in der Familie ist auch, weniger wegzuschmeißen. Wenn man Lebensmittel wegschmeißt, verschwendet man nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch das Wasser und die Energie, die zur Herstellung der Lebensmittel und der Verpackung verwendet wurden. Des Weiteren kochen wir mehr selber. So kann man selbst bestimmen, was im fertigen Essen drin ist. Man kann auf umstrittene Zutaten mit schlechten Ökobilanzen verzichten und spart gleichzeitig Energie und Verpackungsmüll.
Und warum neu kaufen, wenn das alte noch funktioniert? Es lohnt sich nicht, unnütz gewordene Waren auf die Deponie zu bringen, denn der Müll des einen kann ein Schatz des anderen sein. Wir sollten upcyceln! Mit etwas Einfallsreichtum wird aus Altem etwas Neues, zum Beispiel lassen sich zerlegte Einzelteile mit geschickten Fingern zu Schmuck biegen. Eine Thermoskanne ohne Deckel oder eine Tasse ohne Henkel wird zur Vase, Jeans mit Loch zum Rock oder zum Beutel. So einfach!
Lucas:
Ich bin froh, dass meine Oma Hilde Ökostrom in ihrem Haus bezieht, dank meines Vorschlags übrigens. Sehr empfehlenswert! Außerdem bauen wir jetzt in der Breiten Straße 123 im Innenhof auch Gemüse und Obst selber an. Es ist gar nicht so schwer oder aufwendig, ein paar Kräuter, Tomaten, Radieschen, Möhren oder Chili zu pflanzen. Nur Mut!
Ich selbst verzichte auf Fast Fashion. Kleidung sollte länger halten als eine Saison und mehr kosten als ein Schokoriegel. Der Drang nach immer neuen, billigeren Klamotten sorgt doch für viele Umweltsünden: umweltschädliche Plastikfasern, Belastung von Wasser und Boden mit Schadstoffen und Ressourcenverschwendung. Zum Glück hat man andere Alternativen: leihen, tauschen oder Second-Hand kaufen. Ich für meinen Teil kaufe gern auf Flohmärkten.

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